Gedicht von Großherzog Ernst-Ludwig

Es war mein Wunsch und letzte Bitte:
soll scheiden ich aus dieser Welt,
laßt mich nicht in der Ahnen Mitte,
laßt ruhen mich im freien Feld.

In meinem Garten möchte ich liegen,
hier grüßt der Himmel frei herab,
die Schwalben hin und wieder fliegen,
die Sterne blicken auf mein Grab.

Und sonntags, wenn die Glocken läuten
von Kirchtürmen zum Gebet,
weiß ich, daß meines Grabes Stufen
ihr wohlvertrauter Klang umweht.

Und wenn im Schnee die Wege schwinden,
und alle Gräber tief verschneit,
Dann kann man meinen Hügel finden,
zur Rosenhöhe ist nicht weit.

zitiert nach Manfred Knodt, Die Regenten von Hessen-Darmstadt, Veralg H.L. Schlapp, 1976

zurück zu den Highlights

© Förderverein Park Rosenhöhe e.V. - Letzte Aktualisierung dieser Seite am 4. Juli 2016